Zum Hauptinhalt springen

Wird das Wasser knapp?

Veröffentlicht am | Von Frank Schildener
Der heutige Ausflug an die Okertalsperre zeigt den niedrigen Wasserstand. Foto: Frank Schildener

In sozialen Medien tauchten zuletzt mehrfach zwei Fragen auf. Hängt der niedrige Wasserstand der Okertalsperre mit der Baustelle an der Bramkebrücke zusammen? Und ist dadurch die Trinkwasserversorgung im Landkreis Wolfenbüttel gefährdet? Eine Nachfrage bei den Harzwasserwerken klärt die Situation.

Das Unternehmen betreibt die Talsperren im Harz.Die Okertalsperre ist nur noch zu 18 Prozent gefüllt. Grund ist die anhaltende Trockenheit, nicht die Baustelle an der Bramkebrücke, teilen die Harzwasserwerke mit. „Der aktuelle Füllstand der Okertalsperre ist nicht von der Bramkebrücke-Baustelle beeinflusst“, erklärt Sarah Schrader, kommissarische Leiterin der Unternehmenskommunikation der Harzwasserwerke. Die Ursache sei vielmehr die Trockenheit.

Nach Angaben von Schrader hält die Okertalsperre derzeit rund 8,63 Millionen Kubikmeter Wasser. Das entspreche etwa 18 Prozent ihres Stauraums. Die Okertalsperre sei von der Trockenheit besonders betroffen. An der Messstation Schulenberg neben der Talsperre seien seit Anfang 2025 rund 700 Liter pro Quadratmeter weniger Niederschlag gefallen als im langjährigen Mittel. Das seien 30 Prozent weniger. Entsprechend gering sei in den vergangenen anderthalb Jahren auch der Zufluss gewesen. Den historischen Tiefststand aus dem Jahr 2022 habe die Okertalsperre allerdings noch nicht erreicht.

talsperren fuellstaendeQuelle: Harzwasserwerke GmbH (TALIS). Alle Daten werden automatisch erhoben, daher ohne Gewähr. Grafik: Wolfenbüttel Magazin

Für die Trinkwasserversorgung hat der niedrige Füllstand keine direkten Folgen. Die Okertalsperre gehört nicht zu den Trinkwassertalsperren der Harzwasserwerke. Über das Nordharz-Verbundsystem kann sie, wie auch die Innerstetalsperre, Wasser an die Granetalsperre weiterleiten. Dort wird es zu Trinkwasser aufbereitet.

Auch die Trinkwassertalsperren spüren die Trockenheit. „Die Situation an den Talsperren ist unverändert von Trockenheit geprägt“, sagt Schrader. Die Trinkwassertalsperren seien insgesamt zu 49 Prozent gefüllt. Das langjährige Mittel liege zu dieser Jahreszeit bei 68 Prozent. Die Versorgung sei dennoch weiterhin gesichert. Dazu trügen eine vorausschauende Bewirtschaftung und das Zusammenspiel der Talsperren im Verbundsystem bei. Im Landkreis Wolfenbüttel stamme das Trinkwasser zudem nur teilweise von den Harzwasserwerken. Eine Gefahr für die Trinkwasserversorgung ergibt sich aus den Füllständen der Talsperren also eher nicht.

Schon im Juni hatten die Harzwasserwerke auf die Trockenheit hingewiesen. Damals waren die Trinkwassertalsperren zu 69 Prozent gefüllt, das langjährige Mittel lag bei 79 Prozent. Als Grund nannte das Unternehmen unterdurchschnittliche Niederschläge, vor allem im vergangenen Winter. Seitdem ist der Füllstand um 20 Prozentpunkte gesunken. Der Abstand zum langjährigen Mittel wuchs von 10 auf 19 Prozentpunkte.

Hendrik Rösch, Technischer Geschäftsführer, erklärte damals, dass die Talsperren ihre Aufgaben sicher erfüllten. Sie speicherten Wasser in niederschlagsreichen Zeiten und gäben es in Trockenzeiten gezielt ab. Vollständig gefüllt werden die Talsperren laut Pressemitteilung ohnehin nicht. So bleibt Raum, um bei Starkregen große Wassermengen aufzunehmen. Außerdem geben die Talsperren das ganze Jahr über Wasser an die Flüsse ab. In ausgeprägten Trockenperioden kann das Wasser der Oker bis weit flussabwärts zeitweise zu mehr als der Hälfte aus den Talsperren stammen.

Das Wolfenbüttel Magazin arbeitet unabhängig und frei von Konzerninteressen. Seine Inhalte liefert es für alle frei zugänglich und ohne Paywall auf www.wolfenbuettel-magazin.de. Aus Überzeugung. Das braucht Unterstützung. Damit die Redaktion weiter unabhängig berichten kann. Schon ab 10 Euro können Sie dabei sein.

Teile diesen Beitrag gern mit Deinen Freunden in Social Media.

Reden Sie mit!

Sie haben einen Vorschlag für eine schöne Kultur- oder Nachhaltigkeitsgeschichte? Dann nutzen Sie bitte unser Kontaktformular oder unseren sicheren Threema-Kanal. Herzlichen Dank!