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„SegensReich, willst du kuscheln?“

Veröffentlicht am | von Redaktion
Gemeindehaus in Schöppenstedt. Foto: Klaus-Peter Götze

grund.stein.sein. geht in die dritte Runde: Dieses Mal dürfen sich die Besucher*innen auf ein TanzKaffee freuen. Mit „Morphose“ laden die Initiator*innen des interdisziplinären Projekts „grund.stein.sein.“ vom 7. bis 9. März 2025 in das Gemeindehaus nach Schöppenstedt ein.

In ihrer Performance erkunden Leah Lichtwitz und Folkert Dücker (folklicht*) gemeinsam mit der Tänzerin und Choreografin Valeria Liva die Morphose. Morphosen sind individuell, sind direkte Folge spezifischer Einflüsse. Sie folgen keinem übergeordneten Plan, sind nicht irgendwann abgeschlossen, sondern enden mit dem Tod des Organismus, der den Einflüssen ausgesetzt ist. Ständige Bewegung, mal sanft und fast unmerklich, mal voll unerträglicher Spannung oder von Zerrissenheit bedroht. Ein Tanz. Getuschel, Geblubber, Gegröle, Dixieklänge und das rythmische Stampfen von Maschinen. Seit über 260 Jahren verändert menschliches Leben das Haus an der Kirche. In „Morphose“ kümmern sich zwei Hausdamen seine Belange, vermitteln zwischen Haus und Mensch. Denn das Haus hat Fragen. Was ist dieses „Mensch sein“? Was bedeutet es in unterschiedlichen Zeiten? Ist Mensch sein eine Morphose? Und wie bewegen sich Mensch und Raum mit und gegeneinander im Spannungsfeld ihrer Morphosen?

Die Seele schwingt

Schon 172 Jahre stand das Haus neben der Kirche, als 1933 der Anbau des Gemeindesaals unter Hakenkreuzfahnen eingeweiht wurde. Viel war schon im Haus passiert, viel ist seit damals im Haus passiert. Das Getuschel der Schüler*innen aus über 100 Jahren Schulbetrieb, das stumme Geblubber der
Fische im Zoohandel, die Maschinengeräusche der Werkstätten, das Gegröle aus der Ausnüchterungszelle der Polizeiwache, laute Dixieklänge vom Dachboden,… Die Einflüsse haben den Saal seither verändert, seine Seele in Schwingung gebracht.

Termine

Premiere: 07. März 2025 um 20 Uhr. Weitere Vorstellungen am 08. März um 20 Uhr sowie am 09. März um 15 Uhr. Die Vorstellung dauert ca. 60 Minuten.

Ort: SegensReich, An der Kirche 2, Schöppenstedt.

Tickets und Preise

Tickets sind erhältlich unter www.grundstein.de sowie über die Plattform rausgegangen.de.

Zu den Künstler*innen

Leah Lichtwitz, künstlerische Leiterin, Kostüm- und Bühnenbildnerin; Folkert Dücker, künstlerischer Leiter, Regisseur und Performer; Valeria Liva, freiberufliche Choreografin und Tänzerin

Über „grund.stein.sein.“
Viele Gebäude in Wolfenbüttel und Umgebung übersteigen mit ihrem Alter bei weitem die Lebensspanne eines Menschen. Das nehmen die Künstler*innen und Projektinitiatorinnen Folkert Dücker und Leah Lichtwitz (folklicht) zum Anlass, um in Kooperation mit dem Kunstverein Wolfenbüttel e. V. ein Projekt zu starten, dass sich ortsspezifischen Bespielungen in unterschiedlichsten Formen widmet.

Fünf Häuser erzählen ihre Geschichten

Auf der Suche nach Antworten auf die Frage: „Wie erlebt ein Haus seine Umwelt?“ nehmen sie die Besucher*innen mit auf den Weg ins Unbekannte. Für das Projekt „grund.stein.sein.“ erzählen fünf Häuser innerhalb eines Jahres in der Stadt und im Landkreis Wolfenbüttel von ihrem Leben. Leah Lichtwitz und Folkert Dücker recherchieren ihre Geschichten und entwickeln daraus eine künstlerische Gesamtidee. Anschließend laden sie in jedes Haus ein*e Künstler*in ein, die/ der/ dey eine individuelle Performance entwickelt und so dem jeweiligen Gebäude eine Stimme verleiht. Diese Künstler*innen arbeiten in den unterschiedlichsten Disziplinen wie beispielsweise Videokunst, Lichtkunst, Performance, Schauspiel oder Musik.

Ein Indentifikationsprojekt für die Stadt

„Wir haben Häuser gesucht, die Ortsbespielungen zulassen. Man guckt nach Leerstand oder eben nach Gebäuden, die eine Offenheit mitbringen, die wir als einladend empfinden. Wir wollen ein Identifikationsprojekt für die Stadtgesellschaft schaffen. Menschen mit unterschiedlichsten Hintergründen
sollen die Möglichkeit haben, ihre Umgebung neu zu entdecken und sich mit ihr auseinander zu setzen. Jeder soll Zugang finden können.“, sagt die künstlerische Leiterin Leah Lichtwitz.

Weitere Spielstätten

Als weitere Spielstätten sind der Eiskeller der ehemaligen Germaniabrauerei, sowie die Donnerburg 15 in Klein Denkte geplant. grund.stein.sein. – Ein Kooperationsprojekt von folklicht* mit dem Kunstverein Wolfenbüttel e.V.
grund.stein.sein | c/o Kunstverein Wolfenbüttel e.V. | Reichsstraße 1 |38300 Wolfenbüttel

Projekt-Förderung
Gefördert wird das Projekt durch die Stiftung Zukunftsfonds Asse, die Stiftung Niedersachsen, Die Braunschweigische Stiftung, die Stadt Wolfenbüttel, den Landkreis Wolfenbüttel sowie die Braunschweigische Sparkassenstiftung.

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